Senat verwirft Pläne zum Umbau des Spittelmarkts

Tagesspiegel vom 04.08.2021

Die Neue Gertraudenbrücke und die Spittelmarktbrücke in Mitte werden entgegen früheren Planungen nicht versetzt, sondern an ihrer bisherigen Stelle beim Ersatzneubau bleiben. Das hat der Senat am Dienstag auf Vorlage von Verkehrssenatorin Regine Günther (Grüne) entschieden. Damit macht der Senat den Weg frei für die Verlängerung der Straßenbahn vom Alexanderplatz zum Kulturforum und neue Rad- und Fußwege. Daneben soll die denkmalgeschützte Alte Gertraudenbrücke von 1895 als reine Fußgängerbrücke am historischen Standort saniert werden. Beide Brücken haben massive Mängel, die Verkehrslast musste eingeschränkt werden. Ende 2024 oder Anfang 2025 soll der Neubau starten und etwa 50 Millionen Euro kosten.

Treppenbau vor dem Schloss soll gestoppt werden

Einheitsdenkmal verliere so seine Wirkung, sagt Architekt
Berliner Morgenpost vom 25.06.2021 von Julian Würzer

Die Pläne einer großen Freitreppe unmittelbar neben dem im Bau befindlichen Einheits- und Freiheitsdenkmal am Humboldt Forum sorgen erneut für Ärger. Der Konflikt könnte nun sogar in einem Rechtsstreit enden. „Wir erwägen eine Klage wegen Urheberrechtsverletzung“, sagte Johannes Milla vom Architektenbüro Milla & Partner und Erfinder des Denkmals am Donnerstag bei einem Vor-Ort-Termin. Dabei erhält er prominente Unterstützung.

„Es tut weh. Als wir den Wettbewerb für den Bau des Denkmals gewonnen haben, gab es noch keine Treppe“, so Milla. Das war im Jahr 2011. Acht Jahre später, Ende 2019, beschloss der Berliner Senat den Bau der Freitreppe an der Schlossfreiheit. Sie soll den Spreekanal an der Museumsinsel und das ebenfalls geplante Flussbad zugänglich machen. Mehr als sechs Millionen Euro stellen Bund und Land dafür zur Verfügung, der Bau soll bis 2023 abgeschlossen sein. Realisiert man die wohl teuersten Stufen Berlins tatsächlich – bislang liegt noch keine Baugenehmigung vor – befürchtet Milla, dass der Anblick des Vorplatzes am Humboldt Forum künftig von der Treppe dominiert werde und nicht von dem Denkmal an die deutsche Freiheits- und Einheitsgeschichte, das Bürger ehrt, die 1989 gegen die SED-Diktatur protestierten.

Wasserbetriebe bauen Riesen-Regenwanne

Berliner Morgenpost vom 16.06.2021 von Patrick Goldstein

Dem Klima zuliebe: Um die Verschmutzung von Spree und Kanälen zu bremsen, haben die Wasserbetriebe in Mitte ein neues Bauprojekt begonnen.

Auf dem Nachbargrundstück zum Bundesnachrichtendienst hebt und senkt ein Seilbagger seine massive Last. Aktuell laufen dort an der Chausseestraße in Mitte Aushubarbeiten für ein 44 Millionen Euro teures Projekt. Ein neues unterirdisches Becken soll dafür sorgen, dass bei Starkregen Kanalisation, Spree und Landwehrkanal weniger mit Schmutzwasser belastet werden.

Denn bei großen Regenfällen läuft in breiten Teilen Berlins üblicherweise die Kanalisation schnell voll – mit zu viel Wasser für die Kläranlagen. Das heißt, Regenwasser und Schmutzwasser gelangen vermengt in die Berliner Gewässer. Infolgedessen steht oft eine trübe Nebelwolke über der Wasseroberfläche. Um der Verunreinigung zuvorzukommen, planen die Berliner Wasserbetriebe bis 2026 Stauraum mit einem Fassungsvermögen von 300.000 Kubikmetern fertigzustellen.

Kritik an Vorzeigeprojekt Flussbad wächst

Die anfängliche Begeisterung für eine Badeanstalt mitten im Herzen Berlins ist nach mehr als einem Jahrzehnt bei vielen gewichen.
Berliner Morgenpost vom 11.06.2021 von Isabell Jürgens

Die Idee eines Flussbades mitten im historischen Zentrum der Stadt Berlin an der Museumsinsel und zu Füßen des rekonstruierten Berliner Schlosses begeisterte vor gut einem Jahrzehnt ganz Berlin. Seit 2012 setzt sich der Verein „Flussbad Berlin e. V.“ dafür ein, den 1,8 Kilometer langen Spreekanal von der Gertraudenbrücke bis zum Bode-Museum mit einer Filteranlage in einem großen Teilbereich ökologisch zu säubern und auf einer Länge von 835 Metern als Flussbad zu nutzen.

Das ehrgeizige Ziel: 2025 soll das Badeverbot in der Spree nach rund 100 Jahren enden. Eine der letzten historischen Nutzungen war ein Flussbad unweit des Berliner Schlosses, welches 1924 aus hygienischen Gründen endgültig geschlossen wurde.

Flussbad Berlin an der Spree: FDP fordert Messung zu Wasserqualität

Bisher gibt es kaum Messungen zur Badewasserqualität der Spree. Für ein Flussbad an der Museumsinsel wären sie laut FDP aber nötig.
Berliner Morgenpost vom 16.05.2021 von Julian Würzer

Wie viele Tage im Jahr der Spreeabschnitt des geplanten Flussbads an der Museumsinsel Badewasserqualität aufweist, ist noch immer unklar. Trotz sieben Messstellen zur Beurteilung der Wasserqualität der Spree erhebt die Umweltsenatsverwaltung keine ausreichenden Daten über die Beurteilung eines Badegewässers. Das geht aus einer Anfrage der FDP-Fraktion hervor, die der Berliner Morgenpost vorliegt.
Da die Spree nach der Berliner Badegewässerverordnung kein Badegewässer sei, führe man kein regelmäßiges Messprogramm durch, heißt es darin. Der umweltpolitische Sprecher der Berliner FDP-Fraktion, Henner Schmidt schließt daraus, dass damit auch zu wenige Daten für das Projekt Flussbad vorliegen. Denn somit gebe es keine Zahlen, die belegen, an wie vielen Tagen die Spree gereinigt werden müsse, um darin baden zu können.