Flussbad Berlin an der Spree: FDP fordert Messung zu Wasserqualität

Bisher gibt es kaum Messungen zur Badewasserqualität der Spree. Für ein Flussbad an der Museumsinsel wären sie laut FDP aber nötig.
Berliner Morgenpost vom 16.05.2021 von Julian Würzer

Wie viele Tage im Jahr der Spreeabschnitt des geplanten Flussbads an der Museumsinsel Badewasserqualität aufweist, ist noch immer unklar. Trotz sieben Messstellen zur Beurteilung der Wasserqualität der Spree erhebt die Umweltsenatsverwaltung keine ausreichenden Daten über die Beurteilung eines Badegewässers. Das geht aus einer Anfrage der FDP-Fraktion hervor, die der Berliner Morgenpost vorliegt.
Da die Spree nach der Berliner Badegewässerverordnung kein Badegewässer sei, führe man kein regelmäßiges Messprogramm durch, heißt es darin. Der umweltpolitische Sprecher der Berliner FDP-Fraktion, Henner Schmidt schließt daraus, dass damit auch zu wenige Daten für das Projekt Flussbad vorliegen. Denn somit gebe es keine Zahlen, die belegen, an wie vielen Tagen die Spree gereinigt werden müsse, um darin baden zu können.

„Wir müssen so umbauen, dass dem Auto weniger Platz bleibt“

Mittes Baustadtrat Ephraim Gothe über grüne Turmbauten und neue Bäume am Alexanderplatz – und wie der Bezirk die Mobilitätswende plant.
Der Tagesspiegel vom 29.04.2021 von Ralf Schönball

Herr Gothe, der Alexanderplatz ist bald wieder eine einzige große Baustelle. Zurzeit sind gleich mehrere Projekte in Bau oder stehen kurz davor. Die Firma Covivio baut einen Zwillingsturm. In der ersten Simulation leuchtete er noch hell und freundlich, jetzt wirkt er wie der schwarze Turm. Wieder so ein Planungsgau ?

Nein, die ersten sieben Geschosse des Sockelgebäudes sind hell gestaltet. Der Schlitz in der Mitte der beiden Türme wird das Gebäude visuell aufgliedern, die Doppelstruktur finde ich gelungen. Und an den beiden Türmen wurde gefeilt. Die haben jetzt eine Gitterstruktur mit Solarelementen. Bevor gebaut wird, wird ein Eins-zu-eins-Modell eines Fassadenelements aufgebaut in verschiedenen Varianten, so wie beim Neubau am Leipziger Platz. Da können wir nochmal den Stein und die farblichen Nuancen feinjustieren. Da wird sogar mit der Gießkanne nochmal Wasser über die Elemente gegossen, um zu sehen, wie sie bei Regen aussehen.

Das sind die Lehren aus der Vergangenheit, wo am Bahnhof Friedrichstraße ein dunkler Moloch entstand?
Ja, am Bahnhof Friedrichstraße hat man sich verschätzt. Gedacht war eine Fassade, die champagnerartig perlend wirken sollte – und dann sah es finster aus, als sie gebaut war. Und gut, am Alex hat mir die Farbigkeit der ersten Variante auch besser gefallen.

Flussbad Berlin: Gutachten und Machbarkeitsstudie fehlen

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung äußert Zweifel an den Voraussetzungen für das Flussbad.
Berliner Morgenpost vom 26.04.2021 von Julian Würzer

Die Umsetzung des Flussbads vom Berliner Schloss bis zum Bode-Museum wird zumindest innerhalb der kommenden Jahre immer unrealistischer. Für das Projekt im historischen Zentrum Berlins , das seit 2014 mit mehreren Millionen Euro aus dem Bundesprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“ gefördert wurde, fehlen Gutachten, Prüfungen und eine Machbarkeitsstudie, die Voraussetzungen für die offiziellen Planungen schaffen sollten. Das geht aus der Antwort der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen auf eine Anfrage der FDP-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus hervor, die der Berliner Morgenpost exklusiv vorliegt.

Seit mehr als 20 Jahren arbeiten die beiden Brüder Tim und Jan Edler an der Idee, zwischen der Friedrichsgracht eine Biotoplandschaft errichten zu lassen, durch die das Spreewasser gereinigt wird und anschließend in den 835 Meter langen Badeabschnitt bis zum Bode-Museum einfließt. Vor dem Berliner Schloss und der European School of Management sollen Freitreppen den Zugang zum Wasser gewähren. Seit 2012 treibt der gemeinnützige Verein Flussbad Berlin das Vorhaben voran.

Aufzugsturm contra Einheitsdenkmal

Neben dem Monument soll eine Fahrstuhlanlage errichtet werden. Planer befürchten dadurch eine „Entwürdigung“.
Berliner Morgenpost vom 24.04.2021 von Julian Würzer

Die Schloßfreiheit in Berlin könnte in wenigen Jahren sehr ansehnlich werden. Das Humboldt Forum strahlt schon mit seiner neuen Fassade und der Kuppel über die Museumsinsel. Davor soll eine Freitreppe an den Spreekanal, in vielen Jahren sogar an das Flussbad , führen. Und vor dem Berliner Schloss – wo einst das Kaiser-Wilhelm-Nationaldenkmal stand – soll bis Ende 2021 das Freiheits- und Einheitsdenkmal stehen. Es könnte so schön sein.

Rechtliche Schritte gegen den Senat angedroht
Doch es gibt einen großen Makel, neben kleineren, der für Empörung bei den Planern des Denkmals sorgt. Sie fürchten gar eine Entwürdigung und eine Beschädigung der Wirkung. „Große Sorgen bereiten uns die aktuellen Planungen im Umfeld des Freiheits- und Einheitsdenkmals“, sagt Kreativdirektor Sebastian Letz vom Stuttgarter Architekturbüro Milla & Partner der Berliner Morgenpost. Ihm zufolge plane die Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung etwa einen Meter neben dem Kunstwerk einen Aufzugsturm, um den Zugang zum Fuß der Freitreppe barrierefrei zu gestalten. Zudem sollen in unmittelbarer Nähe zwei Flächen für Fahrradständer platziert werden.

Historische Mitte in Berlin - Marx und Engels im Grünen

Berliner Morgenpost vom 22.04.2021 von Isabell Jürgens

Es sind durchweg schöne Bilder, die die Wettbewerbsteilnehmer entworfen haben. Sie zeigen blühende Wiesen, Teiche, heimelige Kiezcafés, Boule-Bahnen, planschende Kinder, Veranstaltungsbühnen und vieles mehr unter üppigen Bäumen. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung hat am Donnerstagnachmittag zu einem „Bürgertag“ eingeladen und erstmals die 21 ausgewählten Arbeiten der ersten Phase des Wettbewerbs „Freiraumgestaltung Rathaus- und Marx-Engels-Forum Berlin Mitte“ vorgestellt. Doch was nach viel Bürgernähe und wenig Konflikt klingt, hat einen Schönheitsfehler:
Die Grünvisionen sollen dort entstehen, wo einst das Herz der Berliner Altstadt schlug.